Wie Versicherungen versuchen Kosten bei Verkehrsunfällen zu drücken.

Der BVSK berichtet:

Mehrdeutige Ausführungen der HUK-COBURG veranlassten in der Vergangenheit so manchen Geschädigten eines unverschuldeten Unfalls dazu, einen Sachverständigen nach den Vorgaben der Versicherung zu beauftragen.

Dieser Sachverständige könne für einen Festpreis von nur 280,00 Euro ein Schadengutachten erstellen – unabhängig von der Schadenhöhe.

Offenkundig wird hier mit der Unwissenheit jener gutgläubigen Menschen ein Geschäft gemacht, die sich nicht dessen bewusst sind, dass die gegnerische Versicherung mit allen Mitteln versucht die ihnen entstehenden Kosten zu reduzieren.

Der Gesetzgeber sieht vor, dass der Geschädigte Anspruch auf einen unparteiischen und qualifizierten Sachverständigen zur Schadensfeststellung hat. Die Versicherung ist gesetzlich dazu verpflichtet die Kosten für die Schadenbemessung in vollen Umfang zu tragen. Dem unschuldigen Geschädigten entstehen dabei keine Kosten!

Zitat vom Bundesverband der freiberuflichen und unabhänigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V.:

„Unter Bezugnahme auf die verwirrenden Informationsschreiben der HUK-COBURG hat dies aktuell das AG München nochmals in aller Deutlichkeit klargestellt (Urteil vom 20.09.2017, AZ. 322 C 12124/17 und Urteil vom 31.07.2017, AZ: 343 C 7821/17)). Auf Gutachter, die der Schädiger empfiehlt, muss sich der Geschädigte nicht einlassen. Dies gilt auch für eine HUK-COBURG.“

Die HUK-COBURG ist kein Einzelfall. Auch andere Versicherungen erweckten bisweilen in ihren Informationsschreiben den Anschein, der Betroffene hätte nur mit ausdrücklicher Zustimmung der regulierungspflichtigen Versicherung das Recht auf einen eigenen KFZ-Gutachter.

Ein solches Pauschalgutachten berücksichtigt in der Regel keine versteckten Schäden wie zum Beispiel die durch den Unfall und die Reparatur entstandene Wertminderung und den dadurch entstehenden geringeren Restwert und dem Wiederbeschaffungswert. Auch Kosten durch eventuell entstandenen Nutzungsausfall können vom Unfallgegner bzw. dessen Versicherung beglichen werden.

Wir raten daher den Geschädigten zu höchster Vorsicht gegenüber pauschalen Aussagen von Versicherungen. Hinterfragen Sie stets jedwede Aussagen und suchen sie sich gegebenenfalls kundige Beratung oder einen Rechtsbeistand.

Quelle: BVSK